Kirche

Ingolstadt – Zwei ehemalige Studenten der Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt haben bei der Polizei in Ingolstadt an Eides Statt erklärt, dass sie von mehreren Professoren und Lehrbeauftragten sexuell belästigt und sogar missbraucht wurden. Während ihrer Studienzeit (1988 – 1994) an der renommierten katholischen Lehranstalt, ihres Zeichens die einzige Universität der röm.-katholischen Kirche in Deutschland, wurden die damals jungen Männer, eigenen Angaben zufolge, immer wieder von verschiedenen Hochschullehrern sehr persönlich und vertrauensvoll angesprochen. Ihnen wurden angeblich für diverse sexuelle Gefälligkeiten private Reisen im In- und Ausland versprochen, ferner der Besuch hochkarätiger Sportveranstaltungen, gemeinsame Bildungsreisen nach Rom und anderes mehr in Aussicht gestellt. Dafür sollten sie diesen Lehrkräften zu jederzeit zur Verfügung stehen.

Beide Studenten bekräftigten, dass Sie anfangs aus Scham mit niemandem darüber reden konnten. Schließlich gab der eine nach, dabei kam es zu ungewollten sexuellen Handlungen. Dies alles, so erklärte er nun gegenüber der Polizei, sei anfangs so verwirrend und unwirklich gewesen, dass er sich aus Angst vor Repressalien, keinen besseren Rat wusste, als dem Drängen dieser Lehrkraft nachzugeben. In den Jahren nach dem Abschluss der Studien hätten beide große Gewissensbisse gehabt und auch nach der Priesterweihe anonyme Hilfe und Unterstützung außerhalb der Kirche in Anspruch genommen. Ermutigt durch die aktuellen Missbrauchsberichte in der Presse bzw. aus Rücksicht auf ihr eigene Gesundheit, wollten sie mit diesem Schritt einen Abschluss unter dieses belastende Kapitel ihres Lebens erreichen. Auch auf mehrfache Nachfrage war die Universitätsleitung anlässlich dieser massiven Vorwürfe zu keiner Stellungnahme bereit.